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Plusenergie-Haus: Heizen ohne Heizung

Erzeugt mehr Energie als verbraucht wird: das Plusenergie-Haus von Architekt Lengdobler - Erdreich-Wärmespeicher und ausgeklügeltes Lüftungssystem

Schwer vorstellbar aber Realität: Ein Haus, das ohne herkömmliche Heizung auskommt und dazu noch mehr elektrische Energie erzeugt, als für die Nutzung im Haus verbraucht wird. Dieses Konzept stellte der Pfarrkirchener Architekt Alfons Lengdobler anlässlich des letzten Informationsabends der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe vor zu dem auch Kreisrat Sepp Rettenbeck sowie die Pfarrkirchener Stadträte Johann Tahedl und Martin Wagle gekommen waren.

Wie BN-Kreisgruppen-Vorsitzende Anneliese Lindinger-Friedl und der Pfarrkirchener Ortsgruppen-Vorsitzender Karl-Heinz Steiner betonten, sei es im Zeichen der Klimaschädigung u.a. durch das Verbrennen fossiler Energieträger ein Gebot der Stunde, vor allem den Kohlendioxid-Ausstoß zu vermeiden. "Zudem bringen Energiespar-Konzepte bei den steigenden Energiepreisen auch noch den Finanzaufwand leicht wieder herein, den sie zunächst erfordern", so die Kreisgruppen-Vorsitzende.
Architekt Lengdobler knüpfte zu Beginn seines Vortrages an diese Tatsache an, indem er feststellte: "Die Sonne liefert uns kostenlos und ohne Umweltschädigung weit über das Hundertfache an Energie, die wir in unserem Industrieland verbrauchen. Bedenkt man zudem, dass ein normales Gebäude nach 25 Jahren praktisch die gesamten Baukosten nochmals als herkömmliche Energiekosten verbraucht hat, dann ist zu sehen, dass sich neue Konzepte lohnen.
Im Detail erläuterte er dann das Plusenergiehaus mit 175 Quadratmeter Wohnfläche, das er in Pfarrkirchen errichtete und das mehr Energie erzeugt, als es und seine Bewohner verbrauchen. Dies wird im Wesentlichen durch folgende Maßnahmen erreicht: Erstens ist ein solches Haus nach den Richtlinien des Darmstädter Passivhaus-Institutes optimal wärmegedämmt. Darüber hinaus besitzt das Haus eine Photovoltaikanlage mit einer Spitzenleistung von 7,56 Kilowatt, die über ein Jahr hinweg nahezu das Doppelte der im Haus benötigten elektrischen Leistung erzeugt.
"Hinzu kommt eine thermische Solaranlage, die mit einer Kollektorfläche von 28 Quadratmetern zum einen der Warmwasserbereitung dient und zudem", so der Architekt, "das Erdreich unter der Bodenplatte aufheizt und so in den dadurch gebildeten Erdreich-Wärmespeicher Temperaturen von mehr als 55 Grad zu Spitzenzeiten erzeugt, was für Heizzwecke im Winter verwendet werden kann."
Die Sonneneinstrahlung wird somit maximal ausgenutzt und im kostenlos verfügbaren Erdreich unter dem Haus gespeichert. "Allerdings sind für dieses Konzept spezielle Dämm-Maßnahmen vor dem Erstellen der Bodenplatte des Hauses notwendig", erläuterte Alfons Lengdobler, "diese Maßnahmen sind nicht übermäßig teuer, sie müssen aber geschickt vorgenommen werden." Und so fällt die Temperatur dieses Erdreich-Wärmespeichers selbst in der kalten Jahreszeit nicht unter 20 Grad ab. Die Wasser-Solarkollektoren sind teilweise in die Fassade integriert und können bei Sonneneinstrahlung selbst im Winter neben ihrer eigentlichen Funktion zusätzlich auch noch die Außenwand erwärmen.
Ein intelligentes Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung, der Nutzung des Erdreich-Wärmespeichers und einer ausgeklügelten Regelungstechnik sorgt zudem für angenehmes Wohnklima.
"Letztlich ist das Gebäude konsequent nach den Prinzipien solaren Bauens gestaltet," wie Architekt Lengdobler erläuterte, "wobei die Kollektoren zur Nutzung der Sonneneinstrahlung als Bestandteil der Architektur verstanden werden und in die Gebäudegestaltung einfließen." Und die Kosten? - "Natürlich ist ein solches Haus rund 20 Prozent teurer als ein herkömmliches Haus, aber nach wenigen Jahren sind diese Kosten durch den Nicht-Verbrauch von traditionellen Energieträgern wieder eingespart", resümierte Alfons Lengdobler, dem Ortsgruppen-Vorsitzender Karl-Heinz Steiner zum Abschluss des Informationsabends herzlich für seine interessanten Ausführungen dankte: "Ich wünsche derartigen Konzepten", so Steiner, "dass sie sich rasch in allen Neubauten wiederfinden, denn wir alle haben etwas davon, wenn die Umwelt geschont wird".


Das Plusenergie-Haus von Architekt Alfons Lengdobler in Pfarrkirchen: Es liefert durch konsequente thermische und elektrische Nutzung der Sonnenenergie (u.a. durch fassadenintegrierte Kollektoren, wie hier gezeigt) mehr Energie, als es und seine Bewohner verbrauchen. Eine herkömmliche Heizung ist nicht mehr nötig. (Foto: Lengdobler)

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