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Naturnahe Rott-Gestaltung: Die Pluspunkte kombiniert

Vortrag bei BN-Hauptversammlung: Hochwasserschutz, Ökologie und Erholungswert in Einklang

Pfarrkirchen (wh). In ihrer Jahreshauptversammlung konnte die Ortsgruppe Pfarrkirchen des Bund Naturschutz (BN) wieder auf zahlreiche Veranstaltungen zurückblicken. Und natürlich nahm auch das Mitverfolgen der Hochwasserschutz-Maßnahmen an der Rott breiten Raum ein.

Vorsitzender Karl-Heinz Steiner bilanzierte neben vielen naturkundlichen Exkursionen auch besondere Aktivitäten im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit, so einen Kinder-Umwelttag am Stausee und das Kinder-Ferienprogramm, das den jugendlichen Teilnehmern wieder viele Einblicke in die Tier- und Pflanzenwelt am Madlbach gegeben hatte. Besonders erwähnte er darüber hinaus die Bemühungen der Arbeitsgruppe "Rottalbahn", die Wanderausstellung zum ökologischen Landbau in der VR-Bank und die Begehung der Baugelände an der Rott, wo man die Hochwasserschutz-Maßnahmen aus naturschutzfachlicher Sicht verfolgt habe. "Hier wird sich einiges zum Positiven wenden", so der Vorsitzende, "denn es gelingt damit, den Hochwasserschutz mit mehr Erholungs- und Freizeiträumen für die Bürger und mit ökologisch verbessernden Maßnahmen in Einklang zu bringen und gut zu kombinieren."

"Diese positive Kombinationswirkung ist auch der Grund", stellte Karl-Heinz Steiner fest, "warum wir heute mit Anton Pirkl vom Landschaftsbüro Pirkl, Riedel und Theuerer in Landshut einen Fachmann eingeladen haben, der uns die Details zu diesen Maßnahmen fundiert erläutern kann."

Anton Pirkl begründete zunächst, warum es jetzt notwendig geworden sei, Synergie-Effekte zwischen Hochwasserschutz, Erholungs- und Freizeitfunktion sowie Ökologie herauszuarbeiten: "Früher hat sich der Mensch durch den Erhalt von Auwäldern und Überflutungszonen auf die immer eintretenden Hochwässer eingestellt, doch mit zunehmender Besiedelung ergaben sich Probleme, die sich in jüngerer Zeit durch die bekannten Überflutungsereignisse zugespitzt haben. Deshalb war es sinnvoll und notwendig, ein durchdachtes Konzept für die Rott im Raume Pfarrkirchen anzugehen. Der Spagat, der in diesem Zusammenhang zu bewältigen ist, wird gebildet durch die Forderung nach Hochwasserschutz, nach Ausgleichsmaßnahmen für die Eingriffe in den Naturhaushalt, nach gestalterischen Aktivitäten, die für den Bürger einen Freizeitraum schaffen sollen und durch Maßnahmen, die aus den Zielen des Gewässerentwicklungsplans für die Rott und aus der europäischen Wasser-Rahmenrichtlinie abgeleitet werden können."

So stehe, erläuterte der Referent, im Bereich der städtischen Umgebung, also westlich der Südeinfahrt im Bauabschnitt 1, die Erholungs- und Freizeitfunktion für den Bürger im Zentrum der Aktivitäten. Viel planerische Energie sei deshalb in die Gestaltung dieses Bereiches investiert worden. "Es wird hier ein wirklich schönes Erholungsgebiet für die Pfarrkirchener entstehen", prognostizierte Pirkl,  "aber man muss zunächst den dort geschaffenen naturnahen Bereichen noch ihre Entwicklungszeit geben." Er erläuterte, dass es dabei auch Ziel der Gewässerentwicklung sei, einen mäandrierenden, durchgängigen  Lauf mit ausgeprägter Tiefen- und Breitenvariabilität, einer dynamischen Abfolge von Prall- und Gleitufern und dementsprechend stark wechselnden Strömungsverhältnissen im Flussbett in der Aue zu schaffen. Dies ergebe dann eine Vielfalt an Lebensräumen und Strukturen, die z.T. auch durch Bettverlagerung der Rott entstünden, was dann zu Altwässern führe, durchsetzt mit Erlen-Eschen-Auwäldern (das Bild zeigt die Gestaltung im Bereich des Dr.-Bayer-Baches und des alten Triebwerkskanals). "Südlich des Dr.-Bayer-Baches entsteht auch eine interessante Flachwasserzone, und wer den früheren Triebwerkskanal gekannt hat, wird eine deutliche Verbesserung feststellen. Für die Menschen entsteht hier ein sehr interessanter Erholungsbereich", so Pirkl, "denn im Laufe der Jahreszeiten ergeben sich stets etwas unterschiedliche Erscheinungsformen des Flusses und der Altwässer, wobei der Hochwasserschutz aber erhalten bleibt. Östlich der Südeinfahrt stehen die ökologischen Funktionen im Vordergrund, aber auch mit Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung und zum Verweilen an gut gestalteten Altwässern mit schönem Bewuchs. Besonders die Rottschleife östlich des Festplatzes wird ein sehr schöner Bereich werden." Das Fazit des Referenten: "Die Neugestaltung bringt sowohl den Bürgern Schutz, es werden aber auch viele naturnahe und für den Menschen sehr erlebenswerte Bereiche entstehen."

So entwickelten Landschaftsplaner einen Querschnitt im Rott-Bereich westlich der Südeinfahrt: Eine Auenlandschaft mit Flach- und Tiefwasserzonen bietet vielfältiger Tier- und Pflanzenwelt Raum, aber auch dem Menschen, der hier Erholungs- und Freizeitwert findet. Steigender Wasserspiegel kann sich hier ausbreiten, es steht genügend Abflussquerschnitt zur Verfügung. (Grafik: Pirkl/Riedel/Theuerer)

 

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